Inga Bouhs

Inga Bouhs

geb. Konradt
* 27.03.1982
† 14.10.2019
Erstellt von Gabriela Konradt
Angelegt am 26.10.2019
6.580 Besuche

Kondolenzen (4)

Sie können das Kondolenzbuch nutzen, um den Angehörigen Ihr Beileid zu bekunden, Ihrer eigenen Trauer Ausdruck zu verleihen oder um dem Verstorbenen einige letzte Worte des Abschieds mitzugeben.

Kondolenz

Herzlichen Dank an die Pastorin Fermor, die uns so würde- und respektvoll durch die Bestattung begleitete.

25.11.2019 um 10:35 Uhr

Abschiedsfeier für Inga Bouhs am 26.10.2019

 

Wir beginnen diese Abschiedsfeier im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Der Friede Gottes sei mit uns allen.

 

Wir sind zusammengekommen, um Abschied zu nehmen von Inga, die am 14. Oktober nach schwerer Krankheit zuhause im Kreise der ihr liebsten Menschen ihren Körper verlassen hat.

Jeder nimmt heute Abschied auf seine Weise, bringt seine Erinnerungen an Inga mit:

Gefühle, Bilder, Assoziationen tauchen unwillkürlich vor dem inneren Auge auf.

Wir sind hier wie in einen Raum, in dem wir mit all dem, was uns bewegt, aufgehoben sind.

Wir treten in einen Raum, in dem Tod und Leben zusammensein können, weil wir darauf vertrauen, dass die unendliche, bedingungslose Liebe Gottes alles umfasst, durchdringt und verbindet. Himmel und Erde.

 

Inga ist hier heute ganz präsent. Ihre Farben leuchten uns entgegen – Rot und Weiß. Ihre Lieblingsblumen öffnen ihre Blüten. Wir hören Texte, die für sie bedeutsam waren, und Musik, die ihre Seele zum Schwingen brachte.

 

Inga hat diesen Tag auf die ihr ganz eigene Weise geplant und sie hat eine Botschaft für uns:

„Auch wenn Ihr mich jetzt nicht mehr sehen könnt, nicht mehr anfassen, wenn mein Körper nicht mehr da ist: Ich bin da. Vertraut darauf. Weitet Eure Wahrnehmung über das hinaus, was ihr sehen, anfassen, hören könnt. Achtet auf Zeichenhaftes. Spürt der Liebe in Euren Herzen nach. Ich bin da, nehmt heute die richtige Perspektive ein.“

 

Wir bemühen uns um diese Perspektive. Wir spüren Ingas Präsenz, aber wir fühlen auch unseren Schmerz über den Verlust eines innig geliebten Menschen, der unendlich fehlen wird.

Ingas letztes Jahr steht vor Augen, das, was sie durchlitten hat. Dieses letzte Jahr ist Teil ihrer Lebensgeschichte. Dieser Teil soll heute nicht dominieren. Das war Ingas tiefer Wunsch. 

Wir spüren heute der lebendigen, kreativen, starken Persönlichkeit nach, die Inga war. Wir hören mit offenem Herzen auf das, was sie uns mitgeben will auf unseren Weg, der ohne sie weitergehen wird.

 

Später werden wir im Rheinhotel Dreesen zusammen sein,  so wie Inga es geplant hat. Und der kleine Kreis, der hier versammelt ist, wird sich zu dem großen Kreis von Menschen weiten, die Inga verbunden sind. Auf Fotografien wird sie dort präsent sein: Wie sie Cappuccino trinkt, am Wasser sitzt, einen mit ihren strahlend blauen Augen anschaut.

In Bildern möchte auch ich von ihr erzählen.

 

Inga und Kirschblüten

Kirschblüten leuchten uns auf Ingas Gedenkanzeige entgegen, sie stehen für ihre intensive Beziehung zur japanischen Kultur. Im Haus ihrer Freundin Lena, deren Eltern Japan tief verbunden waren und dieses Land oft bereisten, lernte sie schon Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre japanische Ästhetik und Küche kennen. Was zu dieser Zeit noch vollkommen exotisch war. Inga liebte Sushi, asiatische Kunst und Gartengestaltung. Ausflüge nach Düsseldorf in die große japanische Community dort, bedeuteten für sie Teilhabe an einer Welt, die für sie immer ein Sehnsuchtsort war, ohne dass sie dieses Land je selbst besucht hätte. Für Stunden tauchte sie hier in die japanische Kultur ein, bummelte durch Geschäfte, ging in einem der Restaurants essen. Ihr Zuhause spiegelt diese tiefe Liebe wider – von den Buddha-Skulpturen  im Garten über ihre Einrichtung bis zum Kirschblütenbaum am Esstisch, den sie selbst gemalt hat.  Viele Jahre lebte Inga in der Bonner Altstadt, die sich jedes Jahr im Frühling in ein kleines Stück Japan verwandelt, wenn dort die unzähligen Kirschbäume zu blühen beginnen. Inga liebte die Zeit der Sakura und konnte sich innig an der Schönheit der Blüten erfreuen. Da ging ihr Herz auf - wie eine der kleinen rosa Blüten.

Die Kirschblüte symbolisiert Schönheit und Vergänglichkeit. Das Bild eines blühenden Kirschbaumes hat Inga auch in dieser Bedeutung bewusst für die Einladungskarte zu ihrem Gedenkfest ausgesucht. Es öffnet durch die Schönheit der Blüten hindurch den Blick in den Himmel – und verbindet die Welten.

 

 

Ingas Strahlen

Die Kontaktfreudigkeit und Offenheit, mit der Inga Menschen begegnete, ließ um sie herum einen großen Freundeskreis wachsen. Ihr leuchtendes Wesen, ihre besondere Aura, ihre Fröhlichkeit zogen Menschen an. Man war gern in ihrer Nähe. Ein erstes wichtiges Netz von Freunden war in ihrer Jugend entstanden. In der Kirchengemeinde in Oberkassel – auf Ski-Freizeiten in den Bergen oder an der Ahr wurden Freundschaften geknüpft, die über Jahrzehnte Bestand hatten und sie bis zuletzt trugen.

Über zehn Jahre lebte Inga in der Bonner Altstadt und arbeitete hier abends in einer Kneipe. Sie hatte die Fähigkeit, auf Menschen unterschiedlichster Art zuzugehen. Auch hier entstanden viele Freundschaften. In den letzten Tagen, die sie zuhause verbrachte, umfing sie dieses Netz von Freunden und Familie intensiv. Von überall kam man, um sich von ihr zu verabschieden. Das Haus war voller Menschen. Und voller Liebe – wie es Ingas Persönlichkeit entsprach.

 

Inga am Wasser

Eine der Fotografien zeigt Inga in einem roten Mantel am Wasser. Ob Meer, See oder Fluss – Wasser jeder Art übte auf Inga eine ganz eigene Faszination aus. Am Rhein zu sitzen, diesen großen Fluss an sich vorüberziehen zu lassen, das liebte sie. Sie sah in ihm auch ein Sinnbild des Lebens, in dem wir nichts für immer festhalten können. Alles fließt. Unaufhörlich.

Im Sommer – nachdem Inga erfahren hatte, dass sie nicht mehr gesund werden würde - war es ihr großer Wunsch, noch einmal das Meer zu sehen. Im August mobilisierte sie unfassbare Kräfte, und Daniel fuhr mit ihr nach Holland, ans Ijsselmeer. Salzgeschmack auf den Lippen, eine Bootsfahrt, Berührung mit dem Wasser.

 

Inga und Daniel

So war es zutiefst stimmig, dass Inga die Liebe ihres Lebens am Wasser kennenlernte – in Bad Breisig am Rhein, beim Angeln. Auf einem Schiff, getragen vom Rhein, sollten die beiden heiraten. Im Hintergrund der Drachenfels und das Siebengebirge. Diese Szene ist sprechend: Inga hatte ein Gespür dafür, ganz besondere Momente und Atmosphären zu schaffen – und sie ging dabei konsequent eigene, unkonventionelle Wege. Da kein Pfarrer sie auf dem Schiff trauen wollte, suchte sie eben nach einer freien Theologin. Sie hatte starke visionäre Kraft, die sich nicht aufhalten ließ. Diese Kraft berührt uns auch heute hier in dieser Feier.

Auf dem Schiff gaben die beiden sich das Ja-Wort, ein Zitat aus dem kleinen Prinzen hatten sie sich für die Trauung ausgesucht. "Liebe besteht nicht darin, dass man einander ansieht, sondern dass man gemeinsam in die gleiche Richtung blickt."

Inga und Daniel blickten gemeinsam in die gleiche Richtung. Sie waren ein starkes Team, mit großer Umsetzungskraft. Dafür ist das gemeinsame Zuhause, das sie für Carolina, Laura und sich schufen, Spiegel. Sie teilten Humor. Sie teilten in bedingungsloser Liebe das zurückliegende Jahr in seiner ganzen brutalen Abgründigkeit.  Sie teilten in diesem Jahr tiefe, innige Verbundenheit – waren geworfen auf eine Ebene jenseits aller Alltagsroutinen. Sprachen unmittelbar von Seele zu Seele.

In unglaublicher Weisheit, Weitsicht und Liebe thematisierte Inga auch die Zeit nach ihrem Weggehen. Dabei sah sie von sich ab, sie hatte konsequent ihre Liebsten im Blick. Wie es für sie weitergehen würde und könnte.

 

Inga und Kreativität

Inga liebte es, Dinge zu gestalten. Sie hatte ein unerschöpfliches kreatives Potential, das sich alle erdenklichen Formen des Ausdrucks suchte. Mit sicherem ästhetischen Empfinden gestaltete sie ihre Umgebung: Das Haus, die Einrichtung, den Garten. Sie dekorierte und bastelte für Feste und Kindergeburtstage, dass es jedem in Erinnerung blieb.

Insbesondere der Garten war Ingas Passion. Hier hinterließ sie ihre ganz eigene Handschrift. Betritt man das Grundstück in der Gringsstraße, fühlt man sich in einer anderen Welt. In Ingas Welt.

 

Inga und Musik

Inga war musik- und tanzaffin. Von der Ballettschule an. Es machte ihr unglaublich Freude, sich zu Musik zu bewegen und sich körperlich auszudrücken.

Ihre Musik war die der 80er und 90er Jahre, allen voran Bon Jovi und Roxette.

Es bedeutete ihr viel, Bon Jovi noch in Düsseldorf zu erleben. Sie trotze diesen Konzertbesuch ihrem geschwächten Körper ab.

Musik begleitete und trug sie in ihren letzten Tagen und Stunden. Auch für heute hat Inga Musik ausgesucht. Musik, die eine Botschaft an ihre Liebsten übermitteln möchte. Musik von Nena und Roxette.

Kraftvolle und zugleich sensible Stimmen, die Ingas Wesen entsprechen. Mögen wir unsere Ohren und Herzen offenhalten, um Ingas Botschaft in ihnen zu hören.

 

Ingas Wille

Inga war ein geborener Widder, sie verfügte über immense Energien und Willenskräfte. Von klein auf. In der Familie wurde sie manchmal liebevoll „das Böckchen“ genannt.  Sie konnte trotzen und kämpfen, wie sie es bis zum Schluss mit allen Kräften gegen die Krankheit getan hat.

Sie schaffte es, im August Kindergeburtstag zu feiern und auch bei Lauras Einschulung dabei zu sein.

 

Inga und ihre Töchter

Mit aller Energie, Liebe und Fröhlichkeit, die Inga in sich trug, mit dem ganzen Reichtum ihrer Persönlichkeit, war sie Mama. Sie schuf ein geborgenes Zuhause für ihre Familie. Carolina, Laura und Daniel waren ihr Lebensmittelpunkt. Ihre Liebe, ihre Wärme, ihre Fürsorge werden unendlich fehlen.

Als ihre Krankheit immer schlimmer wurde, hat sie mit ihren Liebsten darüber gesprochen, dass sie ihren Körper bald nicht mehr brauchen würde. Sie war sehr krank und ihren Körper zu verlassen, war für sie Befreiung. Sie hat davon erzählt, dass ihre Seele zum Himmel aufsteigen wird.

Wie stellt man sich den Himmel vor?

Du, Laura, hast einmal zu Deinem Papa gesagt: „Im Himmel kann die Mama den Pascha jetzt wieder streicheln.“

Das ist ein sehr schönes Bild. Im Himmel ist die Mama so, wie sie war, als sie noch ganz gesund war, voller Kraft und Lebensfreude.

Wenn man in den Himmel schaut, dann kann man sich fragen: Wo fängt der Himmel an, wo hört er auf?

Und wenn man genau schaut, dann sieht man, dass der Himmel keine Grenze hat. Er ist auch um uns herum, er ist in der Luft, die wir atmen – und geht bis in unser Herz. So kann die Liebe Eurer Mama Euch berühren, auch wenn ihr sie nicht sehen könnt. Ihre Liebe wird immer bei Euch sein und Euch beschützen.

Ich lese dazu eine kleine Passage aus dem Kleinen Prinzen, der Inga viel bedeutete:

„Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust, wird es dir sein, als lachten alle Sterne, weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache. Du allein wirst Sterne haben, die lachen können.“

 

Wir vertrauen darauf, dass Inga nun an einem Ort geborgen ist, an dem sie von allem erlöst ist. Ein Ort, an dem sie lacht und tanzt. An dem Kirschblüten blühen und Wasser rauscht.

Ein Ort, der ganz nah und ganz fern zugleich ist.

Wir können nicht dorthin gehen, aber in unseren Herzen werden wir ihn immer wieder spüren.

 

Wir hören nun das Lied: „Things will never be the same“ von Roxette

 

So vertrauen wir Inga der Liebe Gottes an, die Himmel und Erde umfasst und uns alle miteinander verbindet.

Ihren Leib müssen wir abgeben. In unseren Herzen wird Inga lebendig bleiben.

 

Aussegnung:

Gott segne deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in alle Ewigkeit. Amen.

 

 

Inga wollte uns etwas zusprechen, es sind Verse von Rainer Maria Rilke:

Wenn ihr mich sucht,

sucht mich in euren Herzen.

Habe ich dort eine Bleibe gefunden,

lebe ich in euch weiter.

 

Wir hören nun das Lied: „Irgendwie, irgendwo, irgendwann“ von Nena und lassen die Luftballons zum Himmel steigen.

 

Alles, was ungesagt blieb und unsere Herzen bewegt, können wir in die Worte legen, die Jesus uns geschenkt hat. Gemeinsam beten wir:

 

Vaterunser

 

Segen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kondolenz

Dank an unsere Tochter

29.10.2019 um 09:54 Uhr von Gabriela Konradt und Manfred Konradt

Liebste Inga, für 37 Jahre durften wir Dich durch Dein Leben begleiten, in denen Du eine wundervolle Bereicherung für uns warst. Du wirst in unseren Herzen und in Deinen Töchtern weiterleben. In ewiger Liebe     Deine Eltern!

Kondolenz

Abschied von meiner Tochter

27.10.2019 um 08:12 Uhr von Gabriela Konradt

Es wird aussehen, als wäre ich tot,
und das wird nicht wahr sein.
Und wenn du dich getröstet hast,
wirst du froh sein, mich gekannt zu haben.
Du wirst immer mein Freund sein,
du wirst Lust haben, mit mir zu lachen.
Und du wirst manchmal dein Fenster öffnen,
gerade so zum Vergnügen,
und deine Freunde werden sehr erstaunt sein,
wenn sie sehen, dass du den Himmel anblickst
und lachst.

Antoine de Saint-Exupéry

Kondolenz

Liebe Angehörige

27.10.2019 um 00:10 Uhr von Ivonne und Oliver Langer

Liebe Gaby, liebe Familienangehörige,

Wer im Gedächtnis seiner Lieben lebt, der ist nicht Tod.

Der ist nur fern...

Tod ist nur, wer vergessen wird...

Inga wird niemals unvergessen sein...

Unser aufrichtiges Beileid 

Denkt an die schönen Zeiten die Ihr zusammen hattet.

Denkt an Ihre unglaubliche Kraft mit der Inga sich dem Kampf gestellt hat. Vielleicht könnt Ihr daraus für Euch Kraft schöpfen.

Von ganzem Herzen und in aufrichtiger Anteilnahme

Ivonne und Oliver